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 Cross Country

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AutorNachricht
Sarah




BeitragThema: Cross Country   Mo Jun 29, 2009 5:53 pm

Der Wecker piepte und die Sonnenstrahlen kitzelten mich im Gesicht. Ich rieb mir die Müdigkeit aus den Augen und setzte mich im Bett. Casanova, der von meiner plötzlichen Bewegung aufgeweckt worden war, sprang schwanzwedelnd zu mir aufs Bett. Nachdenklich fuhr ich mit der Hand durch sein weiches Fell. Er schmiegte sich an mich. „Na, Casa... Meinst du, Chris hat geschrieben?“ Christoph war seit der siebten Klasse mein Freund. So richtig nahe gekommen waren wir uns erst auf der Klassenreise, wo ich durch eine kleine Gemeinheit meiner Erzfeindin Jessica einen Fahrradunfall hatte, bei dem ich mir fast den Arm brach. Er war als erstes bei mir.
Ich stand auf und holte mein Laptop. Kaum hatte ich mich eingeloggt, blinkte mir entgegen:
Sie haben eine Nachricht erhalten.
Fast kindlich aufgeregt öffnete ich die Mail.
'Hi Sarah,
ich hoffe, es geht dir und deinen Pferden gut, Casanova nicht zu vergessen. Hast du dich inzwischen entschieden, ob du die vier Wochen im Sommer zusammen mit mir verreisen möchtest? Mein Studium lässt es zu, vielleicht ist es die einzige Gelegenheit im nächsten Jahr. Ich komme heute nachmittag vorbei.
Ich vermisse dich,
Christoph.'

"Schitt.",fluchte ich. Casanova spitzte alamiert die Ohren. Ich hatte völlig vergessen, dass Christoph heute hatte vorbeikommen wollen. Und ob ich verreisen wollte, war mir schon lange klar. Ich würde bei Meddi Urlaub beantragen müssen. „Komm Casa, wir gehen Gassi.“(...)
Die Morgenluft war kühl und frisch. Der Spaziergang war schön gewesen. Fast zwei Stunden lang war ich mit Casanova durch die Gegend gelaufen. Ich hatte glücklich zugesehen, wie er der blauen Frisbeescheibe nachgerannt war und sie fast jedes Mal fing, und mir war klar geworden, dass ich kein anderes Leben wollte. Nachdem ich ihn gefüttert hatte, war es schon fast zehn Uhr. „Mist, Mist, Mist.“ Ich hatte völlig die Zeit vergessen. Heute musste ich noch Queen reiten, meinen Job als Pferdepfleger erledigen und abends Christoph treffen. Zum Glück würde er erst gegen acht kommen. Ich brachte den Putzkasten zum Putzplatz und machte mich kurz darauf mit dem Halfter über der Schulter auf den Weg zur Weide. Auf mein Pfeifen hob die weit entfernt stehende Queen nur einmal den Kopf und wieherte mir fröhlich zu, dann graste sie weiter. Aufseufzend öffnete ich das Gatter und machte mich auf den Weg. Queen trabte mir gut gelaunt entgegen und ich trat erleichtert auf sie zu- ohne Grund. Kaum war ich nahe genug an sie herangekommen, um sie aufzuhalftern, brach sie zur Seite aus und blieb wieder ein Stück weiter stehen. Sie wiederholte das Spiel noch dreimal mit mir, dann ging ich ganz langsam rückwärts auf sie zu. Von diesem Trick hatte ich schon mal in einem Buch gehört, aber ausprobiert hatte ich ihn noch nie. Und tatsächlich, als ich nahe genug bei ihr war, konnte ich sie schnell aufhalftern. Danach trottete sie wieder willig neben mir her. „Na, Queen, heute will ich doch mit dir die Crossstrecke ausprobieren.“ (...)
Ich war verhältnismäßig schnell mit Putzen und Satteln fertig gewesen. Inzwischen saß ich, mit dem Helm auf dem Kopf und Reithandschuhen an den Händen, auf Queen. Wir waren noch eine Viertelstunde auf dem Reitplatz gewesen, warm reiten. Casanova lief neben uns her, dieses Mal durfte er mit. Queen und er verstanden sich, obwohl er ja eigentlich ein Raubtier war, sehr gut. Ich steuerte das erste Hindernis an. Queen nahm es, als wäre es gar nicht vorhanden und ebenso die anderen. Sie scheute zwar vor einem Wassergraben, doch beim zweiten Versuch sprang sie auch über ihn.
Als wir alle genug hatten, ritt ich langsam mit Queen zurück. Casanova folgte uns mit leichtem Abstand und heraushängender Zunge. Beim Putzplatz putzte ich Queen noch einmal über und führte sie dann zurück in die Box, wo sie sich über ihr Wasser hermachte.
Ich sah auf die Uhr. Mittagessen würde heute wohl ausfallen müssen. Ich sperrte Casanova in die Wohnung, er protestierte heute nicht einmal, denn er war so ausgepowert, dass er sich gleich auf seine Hundedecke legte. Ich hätte mich zwar auch gerne hingelegt, aber Tempelritter wartete nicht.
So machte ich mich auf den Weg, meinen Job zu erledigen.
(....siehe Jobs...)
Am Abend kam ich ziemlich erschlagen wieder. Das Training mit Tempelritter war zwar toll gewesen, aber es hatte mich trotz allem geschafft. Seufzend verschwand ich unter der Dusche. Danach blickte ich mich nachdenklich im Spiegel an. Grüne Augen blickten mich aus einem freundlichen Gesicht mit kurzen braunen Haaren an.
Nachdem ich mich angezogen hatte, Jeans und enges T-Shirt, setzte ich mich aufs Bett und wartete. Endlich, nach einer Ewigkeit, wie es mir schien (die aber nur aus einer halben Stunde) bestand, klingelte es. Ich riss die Tür auf und hörte Schritte. Dann stand er vor mir, ein Lächeln auf den Lippen. Einen Moment lang standen wir beide nur da und sahen uns an. „Hi.“,brachte ich schließlich hervor. „Komm doch rein.“ Und das tat er. Wir setzten uns auf mein Bett, denn ich besaß kein Sofa und sahen uns an. Einen Moment lang dachte ich, er würde mir etwas schlimmes erzählen müssen, doch dann lachte er. Er meinte, dass wir uns hoffentlich nicht fremdgeworden waren. Ich schüttelte stumm den Kopf. Er lächelte noch immer und berührte mich sanft am Arm. Ein warmer Schauer rieselte mir den Rücken hinunter. Dann küsste er mich. Alles war wie früher. Ich schmiegte mich an ihn und erwiderte den Kuss, Chris kippte um und lag unter mir auf meinem Bett. Casanova winselte nervös, doch als er sah, dass mir nichts passierte, rollte er sich wieder auf seiner Decke ein. Eine ganze Weile lagen wir nebeneinander in meinem Bett, dann fragte er: „Willst du nun mitkommen?“ Ich nickte stumm.
Als er wieder gehen musste, überkam eine plötzliche Welle von Traurigkeit mich. Ich setzte mich in die Küche und war kurz vorm Losheulen. Casanova kam hereingetrottet und ich vergrub mein Gesicht in seinem Fell.
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Meddi
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BeitragThema: Re: Cross Country   Mi Jul 01, 2009 10:31 am

Woow... der Bericht ist echt gut...

aber mehr bekommst du im Bewertungsthread Zwinker.Smilie

Liebe Grüße

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